Zeitungsbericht in der Mindelheimer Zeitung

Der Besuch eines Faschingsballes während der letzten Saison sollte Folgen haben. Denn damals kam eine Gruppe junger Damen aus Stockheim und Umgebung auf den Gedanken, selber einen närrischen Hofstaat auf die Beine zu stellen. Schuld war Hochprozentiges, eine echte Schnapsidee also!

Die männlichen Begleiter der künftigen Gardemädchen wollten erst nicht so recht an deren Elan und Energie glauben und hielten mit einem Wettangebot dagegen:

Sie wollten jeweils 50 Liter Bier und "Korea" - ein Mischgetränk aus Rotwein und Cola - spendieren, wenn dieses Projekt verwirklicht werde. Im anderen Falle sollten die Damen zahlen.

Und so kam es, dass Uschi Trautwein, Steffi Scholz, Ulrike und Roswitha März, Annemarie Happ, Iris Schregle und Rita Schwaier seit August einen Gardemarsch und einen Showtanz einstudieren

Die Budelonia war geboren. Angeleitet werden sie dabei von Marianne Geusser aus Bad Wörishofen, die unerbittlich jeden falschen Schritt oder jede Schulter, die nicht die richtige Position hat, erkennt und rügt.

Als Name für den neuen Hofstaat einigte man sich rasch auf Budelonia, nach der Bude, dem Treffpunkt der Clique, die sich da zusammengefunden hatte, um den Fasching zu erobern.

Gefragt, ob sie sich die Sache nicht einfacher vorgestellt hätten, bekommt man von den Frauen zwar übereinstimmend ein "Ja" zu hören, aber bereut hat es noch keine. Die Stimmung und die Moral in der Truppe stimmen, und der Spaß an der Sache ist für die "Budeloninnen" die Hauptsache.

Folgende Auftritte sind für die anstehende Saison geplant: Premiere ist am 23. Januar beim Ball des Frauenbundes in Stockheim, dann folgt der Hofball in Mattsies am 29.Januar. Am 5. Februar geht es mit dem Budenball in Stockheim weiter, fünf Tage später tanzt die Budelonia beim Stockheimer Lumpenball und der letzte Auftritt findet am 11.Februar beim Schlingener Bürgerball statt.

Da sie die Resonanz auf ihr Können noch nicht kennen, bleibt es für die jungen Damen vorerst bei nur fünf Auftritten in dieser Saison. Ob es 1995 eine Fortsetzung der Budelonia geben wird, wissen die Damen allerdings noch nicht.

 

So ging es weiter...

Die Resonanz der ersten Auftritte war mehr als zufriedenstellend und deshalb hatten die Mädels die Wette eindeutig gewonnen. Die Verlierer, Klaus Müller und Helmut Reiter, lösten Ihre Wettschulden, 50l Bier und 50l Korea, auf einer Party ein. Bei dieser Gelegenheit konnte man sich gleich beraten, ob und wie es weitergehen soll. Schnell stand fest: Präsident wird Klaus Müller. Etwas später stellte man ihm als männliche Verstärkung Hofmarschall Tomba (Albert Lutzenberger) zur Seite. Die Mädels wollten dann auch "richtige Gardekleider".  Jetzt fehlten nur noch zwei Dinge zu einem perfekten Hofstaat. Ein charmantes Prinzenpaar und ein trinkfester Elferrat, welche nach und nach gefunden wurden.

 

Blamage war in aller Munde

Der erste Auftritt im Jahr 1995 war noch nicht auf dem Krönungsball, wie es normalerweise üblich ist, sondern auf dem Gardetreffen in der Zeppelinhalle Kaufbeuren. Dorf wurde die Budelonia erst richtig bekannt. Nach einer großen Blamage war unsere Garde in aller Munde, was im nachhinein gesehen, vielleicht sogar ein Vorteil war. Es gab nämlich zwei verschiedene Versionen vom Gardemarsch auf Kassette und es wurde der falsche eingelegt, was nicht von Anfang an zu hören oder zu sehen war. Da der Tanz allmählich immer weniger zur Musik passte, flüchteten die Gardemädels nacheinander von der Bühne, nur eine Mutige hielt bis zum Schluss durch. Vor diesem großen und kritischen Publikum wäre das der Alptraum jeder Garde, für die Budelonia wurde es Wirklichkeit. Tränenüberströmte Gardinchen mussten getröstet und die Veranstalter mit Überredungskünsten davon überzeugt werden, dass die Budelonia nochmals mit der richtigen Musik auftreten durfte. Diese wahre Geschichte wird man wohl nie vergessen, auch heute wird noch darüber geredet und gelacht. Doch mittlerweile besteht die Budelonia seit 22 Jahren, hat bisher noch keine Pause eingelegt, aber dafür einige Erfahrungen gesammelt...